Archiv für die Kategorie ‘Jackie Underground’

HOUSE OF SHAME at the MIX Copenhagen Int.LGBT Film Festival

Mittwoch, 28. September 2011

HOUSE OF SHAME / Chantal All Night Long to be screened at „MIX Copenhagen“,
the 26th Copenhagen LGBT Film Festival:

Saturday October 22, 7:15 p.m. (19:15h)

Cinemateket
Gothersgade 55
1123 København/DK

Chantal in Doorway


After the screening there will be a huge WAREHOUSE OF SHAME party (d.o. 10 pm / 22:00h) at Copenhagen’s outstanding art space Warehouse 9, Bygn. 66 (vis-à-vis Øksnehallen), Halmtorvet 11, 1466 København V. – in the old slaughterhouse district –

hosted by Miss Fish from Copenhagen and Chantal from Berlin / Performance by Lazlo Pearlman / DJs Miss Fish, Mitzucker, Alexis.

There will be slide shows throughout the night and LIVE PORTRAIT SESSIONS with J.Jackie Baier, photographer, for THE PORTRAIT PROJECT.

From sunday, Oct. 23 until Friday, Oct. 28 , THE PORTRAIT PROJECT, that started successfully in 2009 at wh9, will be open for portrait sessions with photographer J.Jackie Baier: COME AND HAVE YOUR PORTRAIT DONE! The deal is simple and it’s still the same: it’s one copy for the sitter and one for the wall!

(more soon!)

http://mixcopenhagen.dk/house-shame


AND NOW – THE NEWS:

Montag, 05. September 2011

We’re having a Show „ I is Another “ at Berit Uhlhorn’s Tatau Obscur on Potsdamer Strasse, No. 93, in Berlin, from September 11 until December 2 (mondays – fridays 10 a.m. – 7 p.m.)

The opening reception is on Friday, September 9, from 7 p.m. (doors).

The exhibition consists of new work, prints as well as slides.

Come have a look if you’re in Berlin.

More news to come soon.


Der Stand der Dinge

Samstag, 16. Juli 2011

Am Wochenende des 16. und 17. Juli beteilige ich mich am

Playground Berlin Weekend at Mica Moca

in den Räumen einer ehemaligen Geldschrankfabrik.

Zu sehen gibt es (von mir) eine Installation in einer aufgelassenen Fertigungshalle (siehe unten):

Der Stand der Dinge
Installation (Tryptichon) von J.Jackie Baier, 2011

3 Diapositive, projiziert auf semi-transparentes Gewebe
3 Diaprojektoren, 6m x 2,70 m Gaze in Hallenmitte

(Unikat)

Ich werde am Samstag in den Abendstunden mit ein paar Flaschen Prosecco dort sein.
Wer in der Stadt ist und Lust hat, kommt vorbei:

Mica Moca
Lindower Strasse 22
Berlin-Wedding
direkt an der U/S-Station WEDDING

Love&Light,
J.Jackie Baier

Installation "Der Stand der Dinge" / "State of Affairs" at Playground Berlin Weekend

ES BLEIBT DUNKEL UND KALT

Donnerstag, 28. April 2011

Hi all,

It’s still dark and lonely out here in the cold.
In the meantime, please join NEON RAIDERS having a party on Saturday, April 30 – The Night Before… and enjoy a Special Edition of 20 Black&White photos I made out here, each printed on special coated matte paper, size A2 (59.4×42 cm), while Van Camp, Matt Sims and NOBLESSE OBLIGE rock the dungeon.

Oh – you can buy these.

They’re € 50,– each (signed, dated&numbered) – postage and packing extra. Contact: jackielynn (at) web.de

Sandra Smoking

PAINT-IT-BLACK

Mittwoch, 13. April 2011

Als ich das erste Mal Photos von Daido Moriyama sah, dachte ich, Photographie in der Zeit nach Hiroshima muß genau so aussehen. – Die Erkenntnis kam wie ein Schock.

Dabei behandeln Moriyamas Arbeiten Sujets, die apokalyptischer Implikationen gänzlich unverdächtig sind: Menschen liegen am Strand, fahren mit dem Nahverkehrszug, schlendern durch die Vergnügungsviertel Tokyos oder Osakas. Moriyama durchstreift Straßen, findet Hunde, Kinder, Hauseingänge.

Aber die Bilder sehen sämtlich aus, als wären sie im Moment des sich entwickelnden nuklearen Blitzes geschossen. Ausgerissene Konturen, gleißendes Licht, gehetzte Unschärfe.

Der Engel der Geschichte erscheint in ihnen eingebrannt, ein körniger Schatten, ein Körper, von der Strahlung im Moment des Todes auf eine Wand geworfen.

Vom Augenblick der Katastrophe her scheint in die Zeit ein Licht, das jedes Auge, das es erblickt, für immer blendet, und ein Sturm fegt von ihr her durch die Ruinen, der kein Halten kennt und kein Zurück.

Wer lebt, existiert einzig als Überlebender, dem alles, was sein Leben ausmacht, zu Staub zerfallen ist – ein bleicher Schatten im Reich der Geister.

Es tut mir Leid, ich bin heute so drauf. Ihr müßt ja nicht weiterlesen.
Und der deutsche Adel kommt bei mir auch weiterhin nicht vor.

Als ich im Jahr 2006 mit Miss Fish im Backstage des Kinzo (Berlin) eine spontane Photosession nach ihrem Auftritt in Chantals House of Shame machte, gab es eine Situation, in der mich derselbe Schock einholte: ich fühlte mich an einen Ort versetzt, der, obwohl er sicherlich nie real existierte, mir vollkommen wahrscheinlich erschien und der in seinem grünlich gelbstichigen Licht an Becketts „Dépeupleur“ erinnerte.

Ich nannte die Photoserie schließlich inoffiziell „23 ft. under Reactor No.4 / Czernobyl“.

Es nimmt kaum Wunder, daß diese Serie kein großer Verkaufsschlager geworden ist. – „Party“ sieht wohl anders aus im allgemeinen Verständnis. Und „Party“ scheint auch so gar nicht zu passen zu all den Katastrophen, die im weiten Rund ihre Trümmer werfen.

Dennoch „geht die Party weiter“. – Vom „Tanz auf dem Vulkan“ hat man früher gesprochen, als das Atom noch nicht metaphernreif war. Die zeitgenössischen „Tänze des Lasters“ finden in scheinbar sichererer Umgebung statt: in den nachgelassenen Bunkern der ausgebombten Nazihauptstadt oder in den Kellern spätstalinistischer Platten.

Und doch ist das Gefühl unverändert: das einer wollüstigen Panik angesichts eines näher rückenden Endes der Welt, wie wir sie kennen. – Wenn die Musik ein paar Sekunden lang nicht spielt, sind die anrückenden Schaufelbagger auch von hier unten aus schon zu hören – unklar ist nur, ob sie kommen, um uns rauszuholen oder um uns zuzuschütten.

Was aktuell Fukushima angeht, sehe ich in den Bildern, die wir täglich „auf den Schirm“ bekommen, nichts.
Ich rede dabei nicht von dem Gemeinplatz, daß man die radioaktive Gefahr nicht sehen, schmecken oder riechen kann. Es gibt schließlich Geigerzähler; wenn’s knistert, strahlt wahrscheinlich irgendwas.

Außerdem haben Earthquake und Tsunami durchaus ihre Bilder, die Katastrophe ist millionenfach dokumentiert – eine echte Handy-Katastrophe! – und weltweit ausgestrahlt.

Die Bilder geben nur nichts von dem, was geschieht, heraus.

Trotzdem sitzen wir, weit vom Schuß, vor der Glotze und starren immer dieselben Bilder an und starren immer neue Bilder an, die immer dasselbe zeigen, und wir hören gebannt stelzigen Sentenzen nichtbetroffener Nachrichtensprecher zu, die sich, hilflos wie sie sind, in einen Predigerton flüchten, für den sie einfach nicht ausgebildet sind: eine mondokane Litanei des Schiffbruchs an fernen Gestaden, ein Singsang von fremdem Leid hinter verschlossenen Gesichtern… -

Letztendlich geht es hier aber nicht um die Wolke von Bildern und Sinnbildern, die am Ende des Tages durch den Äther treibt wie der Plastikmüllteppich über die Weltmeere.

Es geht – Entschuldigung – um unseren Hintern.

Wenn sie wenigstens Manfred Zapatka engagieren würden, um die Nachrichten aus Japan zu verlesen!
Vielleicht würde man dann wenigstens etwas begreifen – vielleicht sähe man dann etwas, das wenigstens ein bißchen über die bloße Darstellung großflächiger Zerstörung und massenhaften Elends hinausginge, etwas auch, das die plumpe Abrechnungsdramaturgie von Schuld und Sühne überträfe.

Don’t look now!