Der Stand der Dinge

16. Juli 2011

Am Wochenende des 16. und 17. Juli beteilige ich mich am

Playground Berlin Weekend at Mica Moca

in den Räumen einer ehemaligen Geldschrankfabrik.

Zu sehen gibt es (von mir) eine Installation in einer aufgelassenen Fertigungshalle (siehe unten):

Der Stand der Dinge
Installation (Tryptichon) von J.Jackie Baier, 2011

3 Diapositive, projiziert auf semi-transparentes Gewebe
3 Diaprojektoren, 6m x 2,70 m Gaze in Hallenmitte

(Unikat)

Ich werde am Samstag in den Abendstunden mit ein paar Flaschen Prosecco dort sein.
Wer in der Stadt ist und Lust hat, kommt vorbei:

Mica Moca
Lindower Strasse 22
Berlin-Wedding
direkt an der U/S-Station WEDDING

Love&Light,
J.Jackie Baier

Installation "Der Stand der Dinge" / "State of Affairs" at Playground Berlin Weekend

6th Tel Aviv Int. LGBT Film Festival / TLVfest – June, 11. – 18. 2011

13. Mai 2011

Shalom,

House of Shame / Chantal All Night Long will be presented at the 6th Tel Aviv International LGBT Film Festival (TLVfest), held June 11-18, 2011.

Thanks to festival director Yair Hochner and to everyone, who made this possible.

We are very proud to be part of this unique event and we look very much forward to being in Tel Aviv from June, 14 until June, 18.

Along with the film comes an exhibition with 12 photographs from the House of Shame series (J.Jackie Baier, 1999-2011), 6 colour prints and 6 B&W inkjet on baryta (printed by LPG/Berlin – www.pixelgrain.com), size cm70x84 and cm70x105. Each print comes signed, dated and numbered (edition of 6).

If interested, please contact Kunstraum Richard Sorge, Berlin
(www.kunstraumrichardsorge.org/contact).

ES BLEIBT DUNKEL UND KALT

28. April 2011

Hi all,

It’s still dark and lonely out here in the cold.
In the meantime, please join NEON RAIDERS having a party on Saturday, April 30 – The Night Before… and enjoy a Special Edition of 20 Black&White photos I made out here, each printed on special coated matte paper, size A2 (59.4×42 cm), while Van Camp, Matt Sims and NOBLESSE OBLIGE rock the dungeon.

Oh – you can buy these.

They’re € 50,– each (signed, dated&numbered) – postage and packing extra. Contact: jackielynn (at) web.de

Sandra Smoking

PAINT-IT-BLACK

13. April 2011

Als ich das erste Mal Photos von Daido Moriyama sah, dachte ich, Photographie in der Zeit nach Hiroshima muß genau so aussehen. – Die Erkenntnis kam wie ein Schock.

Dabei behandeln Moriyamas Arbeiten Sujets, die apokalyptischer Implikationen gänzlich unverdächtig sind: Menschen liegen am Strand, fahren mit dem Nahverkehrszug, schlendern durch die Vergnügungsviertel Tokyos oder Osakas. Moriyama durchstreift Straßen, findet Hunde, Kinder, Hauseingänge.

Aber die Bilder sehen sämtlich aus, als wären sie im Moment des sich entwickelnden nuklearen Blitzes geschossen. Ausgerissene Konturen, gleißendes Licht, gehetzte Unschärfe.

Der Engel der Geschichte erscheint in ihnen eingebrannt, ein körniger Schatten, ein Körper, von der Strahlung im Moment des Todes auf eine Wand geworfen.

Vom Augenblick der Katastrophe her scheint in die Zeit ein Licht, das jedes Auge, das es erblickt, für immer blendet, und ein Sturm fegt von ihr her durch die Ruinen, der kein Halten kennt und kein Zurück.

Wer lebt, existiert einzig als Überlebender, dem alles, was sein Leben ausmacht, zu Staub zerfallen ist – ein bleicher Schatten im Reich der Geister.

Es tut mir Leid, ich bin heute so drauf. Ihr müßt ja nicht weiterlesen.
Und der deutsche Adel kommt bei mir auch weiterhin nicht vor.

Als ich im Jahr 2006 mit Miss Fish im Backstage des Kinzo (Berlin) eine spontane Photosession nach ihrem Auftritt in Chantals House of Shame machte, gab es eine Situation, in der mich derselbe Schock einholte: ich fühlte mich an einen Ort versetzt, der, obwohl er sicherlich nie real existierte, mir vollkommen wahrscheinlich erschien und der in seinem grünlich gelbstichigen Licht an Becketts „Dépeupleur“ erinnerte.

Ich nannte die Photoserie schließlich inoffiziell „23 ft. under Reactor No.4 / Czernobyl“.

Es nimmt kaum Wunder, daß diese Serie kein großer Verkaufsschlager geworden ist. – „Party“ sieht wohl anders aus im allgemeinen Verständnis. Und „Party“ scheint auch so gar nicht zu passen zu all den Katastrophen, die im weiten Rund ihre Trümmer werfen.

Dennoch „geht die Party weiter“. – Vom „Tanz auf dem Vulkan“ hat man früher gesprochen, als das Atom noch nicht metaphernreif war. Die zeitgenössischen „Tänze des Lasters“ finden in scheinbar sichererer Umgebung statt: in den nachgelassenen Bunkern der ausgebombten Nazihauptstadt oder in den Kellern spätstalinistischer Platten.

Und doch ist das Gefühl unverändert: das einer wollüstigen Panik angesichts eines näher rückenden Endes der Welt, wie wir sie kennen. – Wenn die Musik ein paar Sekunden lang nicht spielt, sind die anrückenden Schaufelbagger auch von hier unten aus schon zu hören – unklar ist nur, ob sie kommen, um uns rauszuholen oder um uns zuzuschütten.

Was aktuell Fukushima angeht, sehe ich in den Bildern, die wir täglich „auf den Schirm“ bekommen, nichts.
Ich rede dabei nicht von dem Gemeinplatz, daß man die radioaktive Gefahr nicht sehen, schmecken oder riechen kann. Es gibt schließlich Geigerzähler; wenn’s knistert, strahlt wahrscheinlich irgendwas.

Außerdem haben Earthquake und Tsunami durchaus ihre Bilder, die Katastrophe ist millionenfach dokumentiert – eine echte Handy-Katastrophe! – und weltweit ausgestrahlt.

Die Bilder geben nur nichts von dem, was geschieht, heraus.

Trotzdem sitzen wir, weit vom Schuß, vor der Glotze und starren immer dieselben Bilder an und starren immer neue Bilder an, die immer dasselbe zeigen, und wir hören gebannt stelzigen Sentenzen nichtbetroffener Nachrichtensprecher zu, die sich, hilflos wie sie sind, in einen Predigerton flüchten, für den sie einfach nicht ausgebildet sind: eine mondokane Litanei des Schiffbruchs an fernen Gestaden, ein Singsang von fremdem Leid hinter verschlossenen Gesichtern… -

Letztendlich geht es hier aber nicht um die Wolke von Bildern und Sinnbildern, die am Ende des Tages durch den Äther treibt wie der Plastikmüllteppich über die Weltmeere.

Es geht – Entschuldigung – um unseren Hintern.

Wenn sie wenigstens Manfred Zapatka engagieren würden, um die Nachrichten aus Japan zu verlesen!
Vielleicht würde man dann wenigstens etwas begreifen – vielleicht sähe man dann etwas, das wenigstens ein bißchen über die bloße Darstellung großflächiger Zerstörung und massenhaften Elends hinausginge, etwas auch, das die plumpe Abrechnungsdramaturgie von Schuld und Sühne überträfe.

Don’t look now!

Berlinale – Countdown

08. Februar 2011

Noch zwei Tage bis zum Beginn der Berlinale – und noch neun Tage bis zur Premiere von House of Shame / Chantal All Night Long

Allmählich macht sich ein wenig Aufregung bemerkbar.

Nach ein paar Anfangsschwierigkeiten sind wir mit den Vorbereitungen (fast) wieder im Zeitplan.

Letzte Woche kamen die Plakate und die Flyer, und gestern sind die Aushangphotos fertig geworden. Alles sieht sehr schön aus.

Aber die Plakate hängen noch nicht überall dort, wo sie hängen sollten und die Kiste mit den Flyern ist noch fast unberührt. Außerdem hängen noch keine Bilder in meinem „Private Room“, und ich war noch nicht beim Friseur …

Aber die Einladungen für die Premiere sind (fast) alle raus – und die Premierenfeier steht. Das sind zwei Sorgen weniger.

Man kann übrigens die Plakate auch kaufen.

Im DIN A1-Format kostet es € 5,00 – als DIN A0 €15,00;
das DIN A0-Plakat gibt es auch in einer begrenzten Auflage von 40 Exemplaren numeriert und signiert von Chantal und mir zum Preis von je € 25,00 (Verkauf im „House of Shame“ an der Garderobe).